19. Tag: Rückflug und Ende der Tour

Wir frühstücken gemütlich in Venedig auf der Terrasse unseres Hotels und schauen den endlosen Strom an Touristen dabei zu, wie dieser an der Terrasse vorbei – mehr oder weniger begeistert – in Richtung Markusplatz zieht. Uns bleibt das zum Glück erspart, wir nehmen das Wassertaxi vom Hotel direkt an den Flugplatz. Dauert 45 min, auch wegen des enormen Verkehrs auf den Kanälen, auf denen sich Gondeln, Wassertaxis und Lastkähne, die Venedig mit Waren versorgen, den wenig vorhandenen Platz teilen müssen.

Der Rest ist Transport: Einchecken mit AirBerlin nach Stuttgart, S-Bahn an den Hauptbahnhof, Zug nach Karlsruhe, Strassenbahn nach Neureut, zu Fuß die letzten Meter.
Um 16:25 stehen wir wieder zu hause!

Die Fakten:

    - 302 km gelaufen
    - 16800 Höhenmeter Anstieg
    - 17 Wandertage – keine Ruhetage
    - 75 Stunden und 38 Minuten unterwegs
    - 36000 kcal verbannt (geschätzt von Garmin)
Gesamtroute

Gesamtroute

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18. Tag: Kosedag in Venedig

Wir wachen früh auf, anscheinend sind wir den Rhythmus der Alpen gewöhnt. Hat aber Den Vorteil, dass wir ein wenig von Venedig sehen können, bevor die ganzen Touristen auftauchen. Also beschließen wir, einer der Hauptattraktionen von Venedig, dem Markusplatz, nochmals einen Besuch abzustatten. Wir haben auch die Möglichkeit, ein Photo von der Säufzerbrücke zu machen, als nur wenige Touristen auf den Beinen sind. Als sich der Markusplatz langsam füllt und auch die Warteschlangen vor den noch nicht geöffneten Kirchen und Museen länger werden, schlendern wir zurück zum Hotel und genießen das reichhaltige Frühstück im Freien auf der Hotelterrasse.

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17. Tag: Letzter Wandertag und Fahrt nach Venedig

Ich kann mir kaum vorstellen, dass heute unser letzter Wandertag auf unserer Alpenquerung sein soll. Nach 17 Tagen ununterbrochenem Wandern, fast 300 km, etwa 14000 Höhenmeter Aufstieg und etwas mehr Abstieg sollen wir heute das letzte Mal die Wäsche in wasserdichte Packbeutel packen, alles nochmals zum Schutz vor Regen in einen großen Müllsack packen, die Füße mit Compeed verpflanzen, Damenstrümpfe überziehen, danach Wollsocken, und schließlich rein in die inzwischen recht geruchsintensiven Wanderschuhe, den Rucksack Schultern, in die Schlaufen der Wanderstöcke schlüpfen und – hoffentlich mit gefüllter Wasserflasche – loslaufen: unvorstellbar!!

Die letzte Etappe der Alpenquerung nach Belluno bietet heftige Kletterei, bei der ein Klettersteigset unabdingbar ist. Da wir keines haben, bleibt nur der Abstieg ins Cordevoletal.

Wir starten entspannt von unserem Refugio, da die Etappe nur mit rund 4 Stunden veranschlagt wird. Nach 150 HM Abstieg haben wir den letzten Anstieg auf die Forcella de La Varetta (1704), den wir in knapp 30 Minuten bewältigen. Vom Pass aus haben wir eine tollen Ausblick auf das Refugio der letzten Nacht und die Schiara (die Partie mit dem Klettersteig). Aus uns warten 1400 Höhenmeter Abstieg, wobei die erste Hälfte ziemlich auf die Knie gehen. Nach ca. 2 Stunden sind wir am Refugio Bionchet, wo 2 Männer gerade damit beschäftigt sind, einem soeben fertiggestellten Alpenhorn den letzten Schliff zu geben. Wir verweilen bei Holunderschorle und Pasta. 2,5 Stunden vor Abfahrt des Busses im Cordevoletal machen wir uns auf restlichen Höhenmeter, recht entspannt für 2 Stunden auf einer geschotterten Fahrstrasse.

Im Cordevoletal treffen wir auf eine sehr viel befahrene Schnellstraße, von der wir den Bus nach Belluno nehmen. Vorher bleibt aber noch Zeit für ein kurzes Bad in einem Gebiergsbach, ein echtes Highleight zum Abschluss.

Auf unserer Alpenquerung folgen wir schon seit mehreren Tagen dem sehr bekannten Höhenweg 1 (ich glaube es gibt insgesamt 7) durch die Dolomiten.
Die Bushaltestelle im Cordevoletal, die 300 m oberhalb der Stelle liegt, an der der Dolomitenhöhenweg beginnt bzw. endet, ist damit für viele Wanderer. Hier stehen die meisten mindestest einmal, die entweder für die Alpenquerung dem “Traumpfad München – Venedig” oder aber dem Dolomitenhöhenweg 1 folgen.

Entsprechend treffen wir auch an der Bushaltestelle mehrere Grüppchen, die wir auch schon von der ein- oder anderen Hütte her kennen.

Wir, das sind seit fast 14 Tagen nicht mehr nur Peik und ich. An unserem 3. Wandertag haben wir abends auf der Lizumer Hütte zwei Wanderer getroffen, die auch die Alpen queren wollten: Tore und Inken, zwei Freunde aus Bonn. Dadurch, dass wir in etwa das gleiche Tempo gewandert sind, haben wir uns anfänglich abends auf den Hütten wiedergetroffen, sind ins Gespräch gekommen, fanden uns sympathisch, haben Schlafsääle geteilt, später auch meist 4-Bettzimmer und sind in den gemeinsamen Tagen immer mehr zusammengewachsen. Am Ende der Wanderung wurden wir sogar für eine Familie gehalten. Wir hatten auf alle Fälle großen Spaß zu viert. Leider trennen sich unsere Wege nach der halbstündigen Busfahrt nach Belluno, weil Peik und ich vor unserem Rückflug nach Stuttgart noch einen Tag in Venedig verbringen wollen, aber Tore und Inken keine Lust auf Menschenmassen in einer Stadt haben.

Nach herzlicher Verabschiedung am Bahnhof fahren wir mit dem Zug weiter Richtung Venedig, dauert mit Umsteigen und Wartezeit von 50 Minuten etwa 2,5 Stunden. Die letzten Kilometer fährt der Zug auf dem Damm, der Venedig mit dem Festland verbindet. Schon im Bahnhof ist sehr heiß mit Menschen und Lärm überall. Welch ein Kontrast zu kühler Alpenluft und 10 Wanderern pro Tag (plus ein paar mehr auf den Hütten).

Das Hotel in Venedig, das ich vor einigen Tagen von unterwegs aus gebucht habe, liegt wenige Gehminuten vom Markusplatz entfernt und damit vom Bahnhof als Standort fast auf der anderen Seite von Venedig, 2,5 km Fußweg oder 30 Minuten Wassertaxi. Unsere Wahl fällt auf letzteres, das Wassertaxi ist recht leer, im Gegensatz zu denen, die die umgekehrte Richtung nehmen. Kurz nach der Rialto-Brücke steigen wir aus und kurze Zeit später sind wir im Hotel eingecheckt. Jetzt ist erstmal auf dem Bett ausstrecken und chillen angesagt. Gegen 8 machen wir uns auf den Weg Richtung Markusplatz und anschließend in eine Pizzeria, um den Hunger zu stillen.

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16. Tag: 1300 Höhenmeter hoch und 1300 Höhenmeter runter

Heute steht, quasi als Krönung unserer Tour, bis auf den Tag von Stein nach Pfunders, die längste Etappe auf unserem Programm: wir müssen in über 7 Stunden Gehzeit (ohne Pausen gerechnet) 1300 Höhenmeter Aufstieg und 1300 Höhenmeter Abstieg bewältigen.

Die ersten beiden km verlaufen entlang der Passstraße auf Asphalt, dann geht es schlecht ausgeschildert in den Wald. Nach einer halben Stunde sind wir im Zweifel, wie der Weg weitergeht. Wir stehen mitten in einem Gebiet mit Holzfällarbeiten. Durch diese wurde der Weg verlegt und weder GPS noch Karte helfen uns weiter. Als wir recht unbeholfenen im Gelände rumstehen , nähert sich eine kleine Wandergruppe, die wir nach dem Weg fragen. Es sind Locals und nach einer Minute sind wir wieder auf dem richtigen Weg. Nach etwa 2 Stunden kommen wir an einen kleinen Brunnen, an dem wir das letzte Mal für die nächsten 2 Stunden unseren Wasservorrat auffüllen können. Auf angenehmem Weg geht es voran, manchmal über Geröllfelder, dann wieder durch Latschen oder größere Waldstücke, meist leicht ansteigend. Gegen 14:30 erreichen wir das Refugio Sommeriva al Pramperet, wo wir eine kurze Pause nutzen, um Pasta zu essen. Das Refugio liegt zwar recht schön, aber weder die Leute, die dort arbeiten, noch das Angebot an Speisen und Getränken ist entsprechend, so dass der Aufbruch leicht fällt.

Die heutige Reststrecke hat es dann in sich. Zuerst geht es im Zickzack über Geröllfelder aus die 2097 hohe Portela Del Piazedel, dann über große Steinplatten weiter aufwärts und zum Abschluss bringt uns luftiger Anstieg auf fast 2400 Hohen Forcella de la Sud dei Van di Citta. Von dort haben wir nicht nur eine grandiose Sicht, sondern auch einen Abstieg von über 850 sehr steilen Höhenmetern vor uns. Wir sehen unser Tagesziel, die Rifugio Pian de Fontana schon lange, aber der Abstieg dorthin geht nochmals ordentlich in die Knie. Als wir um 18:00 dort einlaufen (nach über 8 Stunden reiner Gehzeit) werden wir von einer sehr gemütlichen Hütte (vielleicht die gemütlichste der gesamten Tour?), sehr netten Wirtsleuten und Prima Essen belohnt.

Auf der Hütte gesellt sich noch eiN Münchner zu uns an den Tisch, der die Konversation mit der Frage eröffnet: “wer hat Dich denn zu dieser Reise gezwungen?”. Als wir ihm dann die Geschichte erzählen, hat er dafür wenig übrig. Jedem das seine, vielleicht kein Zufall, dass er alleine unterwegs ist ;-)

Abends schießen wir noch einige Bilder von den umliegenden Bergen und spielen Mäxle, bevor wir um kurz nach 22:00 höflich aufgefordert werden, die Haupthütte zu verlassen und in unsere ebenfalls sehr Schnuckelichen Schlafhütte (15 Betten, 7 belegt) mit eigenem WC/Dusche zu gehen. Bleibt zu erwähnen, dass die Dusche nur kaltes Wasser hatte, was aber den Wasserverbrauch erheblich reduziert und im Gegenzug unsere Durchblutung ebenso erheblich gefördert hat.

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15 Tag: Lange Etappe auf den Passo Duran

Um kurz nach 6 Uhr ist die Nacht beendet, den die ersten beiden Stunden unserer heutigen Etappe sind identisch mit dem Streckenverlauf des Berglaufs Rund um den Civertta. Wir haben keine übermäßige Lust, in einem Gegenverkehr von 2000 Läufern zu geragten und wandern bereits um 7:20 (!) los. Nach knapp 2 Stunden erreichen wir die Louzino-Hütte, die auch zweite Verpflegungsstation vom Berglauf ist. Soweit wollten wir auf alle Fälle kommen, bevor wir auf Läufer treffen. Nachdem wir das geschafft haben, lassen wir uns Zeit für eine kleine Stärkung, denn wir haben heute keine Vesper dabei und die nächste Einkehrmögöichleit ist erst in 4 Stunden.

Kurz nachdem wir uns wieder auf den Weg machen, kommt um das erste Läuferpaar entgegen. Dann das zweite, das dritte und bald ein nicht endend wollender Strom von Läufern, die im vorderen Feld joggend, die etwas später gehend, und die ganz zum Schluss nehmen sich sogar eine Pause, und bitten uns, Erinnerungsphotos zu machen.

Als der Strom langsam abebbt verlassen auch wir den Schotterweg, auf dem sich die Läufer aufwärts gekämpft und wir abwärts spaziert sind, und gehen für die nächsten 2 Stunden auch wieder bergauf, auf einem tollen Pfad durch den Wald.

Es geht gut voran, denn nach über 2 Wochen mit jedem Tag zwischen 5 und 7 Stunden wandern sind wir eingelaufen. Hatten wir nach 2 Tagen noch Muskelkater und besonders an den Tagen 3, 4 und 5 recht steife Oberschenkel und Waden, hat sich unser Körper inzwischen an die Belastung gewöhnt. Auch der Rücken hat sich an den Rücksack gewöhnt, und wir spüren das Gewicht von ca. 11-12 kg nicht mehr (außer etwas beim Bergauf gehen). Auch die Wehwehchen an den Füßen (sprich Blasen und Druckstellen) halten sich in Grenzen. Peik hat heute sein erstes Compreed verlangt, ich habe seit Beginn der Tour eines auf meiner rechten Verse, seit 3 Tagen eines unter meinem linken Großzeh (Blase) und eines auf meinem linken Großzeh (Druckstelle). Sonst alles gut, auch Dank regelmäßiger Pflege mit Pferdesalbe und Fusscreme.

Gegen 14:30 sind wir endlich an der Hütte, an der wir unseren Durst stillen können. In den Dolomiten gibt es, im Gegensatz zum Alpenhauptkamm, kaum Bäche, an denen man sich zwischendurch erfrischen kann. Und bei dem fast wolkenlosen Himmel und mangelnder Trinkwasserversorgung auf der Tissihütte sind wir wahrlich zrockengelaufen. Frisch gestärkt bringen wir auch noch die letzten 45 Minuten Gehzeit hinter uns und erreichen gegen 1600 unser Tagesziel, leider ohne Netz und Wifi, also ohne Möglichkeit, den Blog zu aktualisieren.

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14. Tag: zur spektakulären Tissihütte

Trotz guter Betten im 4-Sterne Hotel Europa bin ich schon um 6:00 wach, was auch daran liegt, dass wir im Doppelbett liegen und nur eine Bettdecke haben, die mir Peik immer wieder wegzieht. Ich nutze die Zeit bis zum Aufstehen zum Reservieren eines Hotels in Venedig, wo wir zum Abschluss unserer Tour noch einen Tag verbringen möchten, bevor wir von dort aus nach Stuttgart zurückfliegen.

Nach gemütlichem Hotelfrühstück ist der Magen bis zum Anschlag gefüllt und wir machen uns auf zur Seilbahn, die uns 1000 Höhenmeter unseres heutigen Aufstiegs von 1700 Höhenmeter abnimmt. Die nächste Stunde wartet viel bergauf bis zu einer Hütte, aber nicht sonderlich gemütlich und außerdem überfüllt, so das wir lieber ein Stück weitergehen und uns am Ufer eines kleinen Gebiergssees in die Sonne zu legen. Power Nap!! Anschließend laufen wir weiter zu unserem Tagesziel, der Tissihütte, die sehr spektakulär an der Kante des Berges liegt, der über 1000 Höhenmeter steil nach Alleghe abfällt, wo wir die letzte Nacht verbracht haben.

Wenige Meter entfernt liegt das gewaltige Civetta-zMassiv, einer der höchsten Erhebungen der Dolomiten (3218 MüM).

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13. Tag: lange Etappe nach Alleghe

Heute gingen wir die längste Etappe unserer Tour, etwa 25 km und über 1500 HM abwärts (200 HM aufwärts) nach Alleghe. Der Tag begann in 2500 m Höhe bei wenigen Plusgraden und endet auf knappen 1000 m Höhe und Temperaturen von über 20 Grad. Lang aber klasse. Und morgen beginnen wir mit unserer letzten Gebirgskette, die wir in den nächsten 4 Tagen überqueren wollen, bevor wir in Belluno ankommen, wo wir unsere Wanderung beenden werden.

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12. Tag: Im Neuschnee am Piz Boe vorbei

Heute Nacht ist die Schneefallgrenze auf ca. 2000 m gefallen – wir sind auf 2550 und wollten heute noch auf 3000.
Blick aus dem Fenster heute morgen zeigt die Landschaft von gestern: schneebedeckt!!

Beim Frühstück hören wir den Wetterbericht und der sagt besseres Wetter für die zweite Tageshälfte voraus. So warten wir bis 9:30, bevor wir uns auf den Weg machen. Der Neuschnee macht das Gehen nicht einfacher, aber auch nicht viel schwerer. Nach etwa 30 Minuten Gehzeit sind wir am nächsten Kletterseil angelangt. Das ist teilweise gefroren, aber glücklicherweise nicht sehr lange. Kurz danach sind wir auf der Hochebene und laufen in angenehmer Umgebung in Richtung Boe-Hütte, die auf fast 2900 MüM liegt. Auf dem Weg dorthin kommen wir auch nochmals auf 2970 MüM und damit auf den höchsten Punkt unserer Tour. In der Boehütte essen wir zu Mittag und laufen dann in etwa einer Stunde weiter auf die Pardoi-Scharte, von der aus eine Seilbahn ins Tal fährt und unseren Knien 600 Höhenmeter Abstieg in 5 Minuten Fahrzeit abnimmt.

Von der Talstation der Seilbahn am Pardoi-Joch zu unserem heutigen Tagesziel, dem Refugio Viel dal Pan sind es nochmals 200 Höhenmeter aufwärts, was wir aber in 90 Minuten hinter uns bringen. Dabei wandern wir angenehm wieder über mit Erde bedecken Wegen, den Blick auf die Königin der Dolomiten, der Marmelada (3343MüM), gerichtet, die sich in ihrer ganzen Schönheit rechts des Weges erhebt.

Am Refugio angekommen haben wir wieder Glück, denn wir bekommen ein recht komfortables Zimmer. Jetzt ist Duschen, Ausruhen und Bloggen angesagt. Und Ausrüstung trocken!!

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11. Tag: Sonne und Regen über das Grödner Joch

11. Tag: Auf die Pisciadu-Hütte

Die Nacht ist nicht gut. Wir liegen in einem Schlafsaal mit 4 Stockbetten je 3 Leuten. Keine Lüftung! Wir legen uns gegen 21:45 aber ich wache schon um 24:00 wieder auf. Ich koche. Nachdem ich vom WC zurück komme, versuche ich durch Offenlassen der Zimmertür für etwas Frischluft zu sorgen, aber einem derer, die an der Tür liegen, schließt sie sofort wieder. Weiterschwitzen! Draußen donnert und blitzt es heftig und der Regen prasselt an das Dachfenster. Irgendwann schlafe ich doch wieder ein, aber schon um 6:10 fängt die erste Person aus dem Zimmer an, in ihren Plastiktüten zu kramen und die Nacht ist endgültig vorbei.

Hat den Vorteil dass wir schon gegen 8:00 aufbrechen können. In strahlenden Sonnenschein machen wir uns auf den Weg von der Puez-Hütte in Richtung Grödner-Joch, wo wir heute Zwischenstopp machen wollen. Wir kommen nicht weit, zu grandios ist die Aussicht und wir kommen nicht umhin, einige Photos zu schießen. Der Weg über das Ciampaijoch ist unanstrengend. Als wir das Cir-Joch erklimmen kommen uns viele Wanderer entgegen, die vom Grödner Joch gestartet sind und hier hochlaufen. Als wir gegen Mittag das sehr schöne aber leider auch extrem touristifizierte Grödner Joch erreichen, ziehen dunkle Gewitterwolken auf. Gerade rechtzeitig laufen wir ins Restaurant ein, um dort Mittag zu essen. Während dessen schüttet es draußen los. In der Hoffnung auf Besserung verweilen wir recht lange im Trockenen und überlegen, ob wir auf die nächste Hütte aufsteigen sollen, oder nicht. Da das Grödner Joch allerdings ein echtes Touriloch ist, fällt die Entscheidung nicht wirklich schwer.

Als wir das Restaurant verlassen, hört es auf zu regnen. Der Weg ist steil bergauf und ich weiß nicht, wie wir den Berg erklimmen sollen, denn ich kann keinen Pfad ausmachen. Nach einem kurzen Stück geht es im Zickzack noch steiler und schließlich mündet der Pfad in einem kleinen Klettergarten. Stahlseile und Trittstufen erleichtern den Aufstieg die nächsten 20 Minuten. Darüber sind wir wirklich sehr froh, denn mittlerweile hat der Regen wieder eingesetzt, wodurch die Steine sehr glatt sind, und über uns grollt auch wieder der Donner. Gerade zu dem Zeitpunkt, an dem wir oben ankommen, reißt die Wolkendecke auf und wir haben eine gigantische Aussicht.

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10: Tag: im Regen auf die Buez Hütte

Wir brechen früh auf, denn ab 10:00 sind Gewitter gemeldet. Nach 2 Stunden und 350 Höhenmeter erreichen wir die Schlüterhütte, die letzte Viertelstunde im Regen laufend und in der Ferne Donnergroll hörend. Auf der Schlüterhütte machen wir frühe Lunchpause mit Bratkartoffeln und Spiegelei. Gegen 12 hoffen wir, dass sich das Gewitter verzogen hat, so dass wir wieder aufbrechen können.

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